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sodele
nu hab ich doch nochmal lust was zu schreiben.

ich habe vor ein oder 2 tagen eine reportage über "wilde" in afrika, also stämme in afrika gesehen. "wilde" ist mir ein zu wertender begriff, denn wild assoziiert man doch mit einem tier. und diese menschen sind eben keine tiere, pflegen nur andere traditionen, ältere traditionen als die meisten menschen in mitteleuropa.
nun aber zu dem thema, was mich in der dokumentation so zum nachdenken angeregt hat: die menschen haben rinderherden als prestigeobjekte, um ihre macht und ihre position in der gesellschaft zu zeigen. dies ist also sehr vergleichbar mit einem mercedes benz oder einem porsche in mitteleuropa.
bei einer hochzeit wird der familie der frau eine bestimmte menge an rindern als mitgift gegeben. die höhe der mitgift wird an der größe des tellers gemessen, den die damen in den lippen tragen.
die doku lief im fernsehen und als ich die geweiteten lippen der frauen sah, war ich etwas shockiert. das ist aber nicht der grund für meinen beitrag heute, also nicht der direkte grund.
es wurde erklärt, wie sie die lippe erst mit einem dorn durchstechen und dann nach und nach dieses doch weiten, bis ganze tonteller (die die damen selber herstellen) in das loch passen. damit die teller in dieses loch passen, müssen die unteren vorderen zähne entfernt, also gezogen oder herausgebrochen werden.
dass diese frauen keine nakose kriegen, war mir natürlich bewusst.

dieses bild der stammesfrau hat mich fast traurig gemacht. diese frauen wollen zumeist diese tellerlippe, die jungen mädchen freuen sich darauf und nur wenige lehnen sie ab (und müssen sie auch nicht tragen).
ich habe also vergleichbare sachen in unserer gesellschaft gesucht, etwas, wofür frauen freiwillig ähnlichen qualen durchstehen, um von den männern der gesellschaft anerkennung zu kriegen. hier kam mir sofort die magersucht in den kopf. sich zu quählen, nichts zu essen, um anerkennung zu bekommen, um selbstkontrolle zu haben. es ist vielleicht nicht der schmerz, den die frauen spühren, während man ihnen die zähne herausbricht, aber es ist doch ein konstantes leiden, ein hungern, ein ständiges sich selbst disziplinieren, was für alle sichtbar ist. so ist es auch bei den stammesfrauen, sie müssen lernen, mit einer tellerlippe zu leben, können nicht mehr richtig sprechen, sabbern und all das nur, damit die familien hohe preise für ihre töchter geboten kriegen. die fraun selber haben nichts davon.

warum brauchen wir frauen so sehr die anerkennung, dass wir uns selber dafür bis zu schmerzgrenzen und teilweise noch weit darüber hinaus quählen? warum hört man so selten von anorektischen männern? warum gibt es nicht für den mann eine mitgift, deren höhe seinen wert bestimmt?

das war nun philosophisch genug für heute...muss wech
13.9.06 18:30
 


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Der kleine Möchtegern-Philosop (19.9.06 18:04)
Prestige ist nicht mehr als eine Stütze für das eigene Selbstvertrauen.

Mein Selbstwertgefühl kann man zwar auch unter dem Tisch suchen, aber deshalb habe ich es noch nicht nötig, in einen Äußerlichkeitswahn zu verfallen. Anerkennung kann man sich auch anders verdienen. Und wenn das in unserer Gesellschaft nicht mehr möglich ist, dann bleibe ich ohnehin lieber Single.

Der semiphilosophische Helge ;-)

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